Das vierte Bierdeckel
gespräch

I Neue Taufe I Auf der Wiesn I Loser and Winner I

Aus der Krise in die Chance

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„Noch als ich in den Brunnen fiel, hätte ich es nie für möglich gehalten, eines Tages wie neugeboren auf einer Wiese stehen zu dürfen!“

Und doch, Goldmarie hat alles abschütteln können, was sie in die Krise brachte!

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„Ya man, da kommt se!“

oder: Wenn die alte Lady ein Selfie mit Goldmarie macht!

Beginnen wir aber von vorne.

Goldmarie fiel ja nun in den Brunnen. Tief nach unten ging es und sie hat sehr viele „Mond – Themen“ bearbeiten müssen. Kurzer back-to-the-roots-Sprung: Mondmenschen sind die Stiefmutter, also Frau Welt und Pechmarie, die Gesellschaft – Menschen, die meinen, nur ihre Ansicht sei die richtige und haben dementsprechend ihre Erwartungen an andere Menschen. Dazu hatte die Glaubenssätze ausführlich in den vorangehenden Blogartikeln bearbeitet. Nun fiel das hübsche Mädchen also in den Brunnen und somit in eine Depression. 

„Furchtbar!“, mag der/ die eine oder andere denken.

Im Grunde ist diese düstere Zeit bestimmt nicht angenehm und es gibt Menschen, die sich nicht selbst zu helfen wissen. Thank god, dass es professionelle Angebote hierfür gibt!

Aber: Es ist ein Zeichen des Körpers: „Bis hierhin und nicht weiter! Du befindest dich schon viel zu lange auf dem falschen Weg!“ Lass es uns demnach als etwas Positives betrachten, denn nun ist der Zeitpunkt gekommen, umzudenken! Eine Chance!

Leider werden Betroffene zu oft miss gedeutet. Sie seien faul, träge, sie kriegen nichts hin in ihrem Leben, sie wissen nicht was sie wollen und: „Mit dir kann man nicht reden!“ Ooooh ja… und das, weil man doch gar nicht die Erwartungen anderer erfüllen und deren Weg folgen will! 

„Wieso sprang ich aber in die Tiefe, erwachte aber auf höherer Ebene auf?“

„Berechtigte Frage, Liebes! 

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Vom Brunnen zum Himmel

Die Arbeit am Brunnen war die bisherige Welteinstellung. Der Fall in den Brunnen ist das Losreißen von Äußerlichkeiten, dem Beifall und die Zustimmung anderer. Im Brunnen, im Lebenswasser – auch das Symbol der  (Neu-)Taufe – findet das Ich zum Selbst: Wer bin ich? Was will ich? Was sind meine Bedürfnisse?

Der Brunnen isoliert und lässt einsam fühlen; aber auch frei sein! Der Sturz ist also kein räumlicher Ortswechsel, sondern die Absenkung der eigenen Existenz. Räumlich darf der Ebenenwechsel also nicht verstanden werden. Und schließlich – guess what – ist das Wiederauftauchen und Ankommen auf der Wiese immer noch der gleiche Schauplatz wie vor dem Sprung, nur dass Goldmarie die Welt nun mit ganz anderen Augen sieht. „Es ist die Welt, wie sie erscheint, wenn man die Oberfläche verlässt und sie in ihrer hintergründigen und eigentlichen Wirklichkeit betrachtet.“ (E.Drewermann, Landschaften der Seele)

Jetzt ist sich Goldmarie also ein großes Stück näher gekommen und erkennt, was ihr Sinn des Lebens ist.

Dass der Backofen einfach so auf dieser Wiese steht und zu sprechen beginnt, mag erst mal an Psychosen denken lassen. Stimmen hören, Halluzinationen… 

Das klären wir mal auf!

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Goldmarie und der Backofen

Komplett tiefenpsychologisch betrachtet stellen der Brunnen, der Backofen und der Apfelbaum weiblich – mütterliche Symbole dar: Die Stadien der Empfängnis, Embryonalzeit und die orale Phase – ein Prozess der Regression ( das bedeutet das Zurückgehen in das Kleinkindalter) und der schrittweisen Lebenserneuerung. So extrem tief möchte ich hier aber nicht ins Thema gehen, sondern bei der leicht verständlichen Variante bleiben.

Dass der Backofen spricht und möchte, dass das Mädel die fertig gebackenen Brote rausholt, meint (tadaaa): Das Wahrnehmen, wann die Dinge reif und gar sind, um getan zu werden und ihnen dann wie selbstverständlich zu „entsprechen“.

Okay. Aber war das nicht vorher auch so? Goldmarie hat doch vor dem Sprung auch „entsprochen“ und Dinge getan, die getan werden mussten?!

Könnte man meinen. Ist aber nicht so! 🙂

Jetzt tut Goldmarie nichts mehr gegen ihren Willen und mit der Hoffnung, Anerkennung zu bekommen. Jetzt geht es ihr nicht um den Lohn der getanen Arbeit, sondern um das Wohl der Dinge selbst!

Anders: Goldmarie wird selbst „neu gebacken“ und zu „Brot“ gemacht.

And the appletree…

„Ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“

Hier geht es darum, eine „Gestalt“ anzunehmen, die anderen Nahrung gibt.

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…im wahrsten Sinne: Eine schwere Geburt. Und doch ist Goldmarie ein wunderbares Mädchen geworden 🙂 Das war sie immer, aber in einem Käfig. Nun strahlt sie und empfindet die Welt als ein Geschenk, ohne sich davon abhängig zu machen, was andere von ihr denken oder erwarten.

Zum Abschluss noch ein paar tolle Sätze aus Mut zum Glück. So überwinden Sie Ihre inneren Grenzen von W.D.Dyer:

Die Gesellschaft legt außergewöhnlich großen Wert darauf, dass man immer auf Kosten von Verlierern gewinnt.  Geschäftswelt = Karriere mit Ellenbogen. Leistungssport = den Jüngsten wird schon beigebracht, dass sie um jeden Preis gewinnen müssen. Ansonsten: Versager! Schulen? Noten, Prüfungen = Schüler:innen werden zu Siegern oder Verlierer. Kurzum: Wie mache ich meinen Gegenüber psychisch fertig! Wieso sprechen so viele von „scheitern“?  Ein von außen diktierter Maßstab. Es scheitert doch niemand, weil man sein Ziel nicht (gleich) erreicht hat, vielmehr lernt man doch aus seinen Erfahrungen. Thomas Edison (der mit der Glühbirne) wurde mal gefragt wie es sich anfühle, wenn man 25.000mal daran gescheitert ist, einen einfachen Akkulumator herzustellen. „Gescheitert? Ich bin nicht gescheitert! Heute kenne ich 25.000 verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Akku nicht herstellt.“

In diesem Sinne: Prost! 🙂

Das Märchen „Frau Holle“ hat wirklich sehr, sehr viele (Be-)Deutungen. Und ich bin mit jedem Mal, wenn ich mir die Bücher zu diesem Thema vornehme, dankbar, weil ich Goldmaries Weg gehen musste. Diese Chance, das Ankommen im Selbst, ist das Beste was passieren durfte! 

Ich wünsche dir, dass du aus den Blogartikeln viel für dich mitnehmen kannst. Selbstverständlich kannst du mich auch anschreiben, wenn du Fragen hast oder meine Unterstützung bei einem Thema brauchst.

Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt:

Auf ein Bierchen mit Frau Holle

Alles Liebe, Marie

Ach so: Da du nun weißt, was für eine wunderbare Chance aus einer Krise hervorgehen kann, erwartet dich im nächsten Blogartikel „Es klappern die Zähne in des La-adys Mund, klickklack, klickklack“ – oder „Oma, was hast du für große Zähne?“